Einführung in die anthroposophische Denkweise mit Schwerpunkt Medizin und Kunsttherapie
Grundlegend unterscheidet man in der anthroposophischen Medizin zwischen zwei Tendenzen im Menschen, die entgegengesetzt wirken, aber beide unverzichtbar sind: Aufbau Abbau Entzündungsprozess/-itis Verhärtungsprozess/ Skler-ose Unsere Ernährung ist ein Aufbauprozess, der Bewegung durch die Muskeln ermöglicht. Sowohl der Stoffwechsel bei der Verdauung, als auch jener für die Muskeltätigkeit sind mit Wärme und Bewegung verbunden. Entzündungsprozesse sind auch immer (verschieden stark) exkarnierend, auflösend und mit Wärme verbunden. Unser Nerven-Sinnes-System liegt im Kopf und Rückenmark und braucht für eine gute Funktion Ruhe und Kühle (einen kühlen Kopf bewahren). So kann man zusätzlich zuteilen: Aufbau Abbau Wärme -itis Kühle -ose Bewegung Ruhe Wenn wir denken, laufen abbauende Prozesse ab, die Bewusstsein ermöglichen. Die Nerven sind das Körpermaterial, welche am weitesten von den Lebensprozessen weg ist. In der anthroposophischen Denkweise ist es ein fester Bestandteil, davon auszugehen, dass, wenn etwas abgebaut wird, dabei immer etwas freigesetzt wird. Dieses Freigesetzte ist meist energetischer, unsichtbarer Natur. Wenn wir Urin lassen, strahlt die freigewordene Kraft von den Nieren hoch zum Kopf = Nierenstrahlung genannt (Nierenerkrankungen sind mit Bewusstseinsbeeinträchtigungen verbunden, und diese sind nicht nur auf materielle Prozesse zurück-zu-führen). Für den Denkprozess werden Lebenskräfte (Ätherisches) abgebaut und dadurch wird Bewusstsein ermöglicht. Der Stoffwechsel funktioniert ohne unser Zutun im Unbewussten und hauptsächlich in der Nacht und baut Substanz auf, die wir für unser Sein als Menschen brauchen. Sozusagen, damit wir was haben, was wir abbauen können, um damit Bewusstsein zu erzeugen und unsere menschlichen besonderen Fähigkeiten des Denkens (z.B. das abwägende Planen), der Phantasie und der Kreativität zu ermöglichen. Zudem brauchen wir unseren Körper für physische Tätigkeiten und sind für dessen Erhalt auf Nahrungsaufnahme und Wasserzufuhr sowie Zellbildung angewiesen. Aufbau Abbau Unbewusst in Nacht und Dunkel Selbst- (Bewusstsein) gleich Tagesbewusstsein Wichtig für eine Beobachtung bzw. Diagnose ist, dass man herausfindet, was zuerst wirksam war: War es erst die Auflösungstendenz, das Erdenflüchtige, dass unser ICH in seiner überblickenden Weisheit mit einer sklerotischen, also verhärtenden Erkrankung versucht, ins Gleichgewicht zu bringen? Ich denke da an Menschen wie z.B. einen Künstler, mit viel Phantasie und Leichtigkeit, der aber Mühe hat, seinem erdigen Tagesalltag zu erledigen. Sklerotische Tendenzen können sich dann körperlich (Krebs wird auch als Kälte und Sklerose-Krankheit betrachtet) aber auch z.B. im Denken äussern (Zwanghaftes Denken, Kontrollbedürfnis). Oder war zuerst die Tendenz, wo ein Mensch zu stark an der Materie hängt, gerne Macht und Kontrolle hat, ein Erdensüchtiger ist. Also zur Verhärtung neigt. Wenn solch ein Mensch viele Entzündungen hat, kann das darauf hinweisen, dass sein höheres ICH danach trachtet, Gleichgewicht zu schaffen und Auflösungstendenzen in den Körper bringt, um das verhärtete Denken zu erwärmen und Verkalkungstendenzen aufzulösen. Es ist u.U. ein längerer Weg, bis man das herausgefunden hat. Man kann dem Menschen helfen, das Gleichgewicht zu erringen, bevor die Krankheitsprozesse eskalieren. Ich sehe es als meine Aufgabe als Kunsttherapeutin an, hier so einzuwirken, dass der Patient sich die gesunden Kräfte beim Plastizieren aneignet: Spielerisch und künstlerisch, und übend Krankheitstendenzen entgegen-wirkend. So kann der Mensch auf freudige Weise seine Selbstheilungskräfte stärken oder überhaupt wieder wecken. Im anthroposophischen Menschenbild wird der Mensch auch mit der Dreiteilung veranschaulicht. So kommt hier ein Drittes dazu, welches zwischen den beiden oben beschriebenen Tendenzen vermittelt. Es wird das rhythmische System genannt: Stoffwechselgliedmassensystem Nervensinnessystem Wärme Kühle Aufbau Abbau Bewegung Ruhe Unbewusst Bewusstsein Lokalisiert: in Bauch, in Kopf, Nervensystem, Sinnesorgane Armen und Beinen (entstanden aus dem Ektoderm) (entstanden aus dem Entoderm) Rhythmisches System Als verbindender dritter Teil des Menschen steht zwischen Nervensinnessystem und dem Stoffwechselsystem das sogenannte Rhythmische System, lokalisiert im Brustbereich, (-Herz und Lunge-) und im Blutkreislauf, und ist entstanden aus dem Mesoderm. Alle Rhythmen haben damit zu tun, z.B. Menstruationszyklus, Atemrhythmus, Blutdruck, Schlafrhythmus. Das rhythmische System verbindet die beiden Polaritäten Auf- und Abbau und harmonisiert und rhythmisiert den gesamten Menschen. Einseitigkeiten hat das Herz zu tragen und die Atmung wird beeinflusst. Das Herz hat einen Stille-Moment, in dem das Blut stillsteht, ganz kurz, aber für das Herz sehr wichtig, da es ein Wahrnehmungsorgan ist und das Blut und alles, was es mitbringt an Informationen aus dem ganzen Körper „anschaut“. Das Rhythmische System, kurz RS, liegt im Halbbewusstsein. Es liegt wirklich zwischen den beiden Polen und schwingt hin und her, um dem Menschen Zusammenklang zu ermöglichen. Weil damit auch noch nicht alles erklärt werden kann, wird in der anthroposophischen Denkweise auch noch der Mensch in vier Wesensglieder unterschieden. Die Dreiteilung oben (NSS, SWGS, RS) ist vielleicht näher am physischen Leib zu erklären mit klaren Lokalisationen, obwohl z.B. Aufbau- bzw. Stoffwechselprozesse auch im Auge stattfinden müssen. Das Auge ist ein Sinnesorgan und dem Nervensinnessystem, kurz NSS, zugeordnet. Dennoch muss das Auge auch befeuchtet werden und braucht Vitamine etc. um zu funktionieren. Für die Funktion des Auges, das Sehen, überwiegen aber die Abbauprozesse. Die Leber im SWGS überwiegt mit den Aufbau- und Stoffwechselprozessen und dennoch gibt es auch Anteile von lebensnotwendigen Abbauprozessen. Bei der Colitis Ulcerosa, der chronischen Darmentzündung, ist zu viel NSS mit Bewusstsein in den Aufbaubereich des Darmes geraten. Schmerz ist Bewusstsein und eigentlich arbeitet der Darm im Unbewussten. So ist die Tendenz, z.B. SWGS und Aufbau in der Leber und dem Darm als Priorität klar zu lokalisieren, im genaueren Betrachten sind dann aber die anderen beiden Bewegungen auch zu finden. Alle drei Tendenzen wirken überall, aber verschieden stark im gesunden Zustand. Gerät das natürliche Gleichgewicht durcheinander, entstehen die Einseitigkeiten mit den verschiedenen Krankheitsmanifestationen. Die   Viergliederung   in   VIER   WESENSGLIEDER   ermöglicht den Blick auf den Menschen noch differenzierter, vor allem die unsichtbaren, geistigen Prozesse, die hier wirksam sind. In der alten Medizin des Paracelsus war es normal, den Menschen in vier Wesensgliedern zu betrachten. Das katholische Konzil um 800 n.Chr. hat das Geistige sozusagen verboten und Gott allein zugeordnet. Der Mensch hatte nur noch einen Körper und eine Seele zu haben. Rudolf Steiner hat, auf Paracelsus` Säftelehre gründend, dem Menschen wieder seine volle geistige Substanz zuerkannt, symbolisiert durch das Feuer. Er nannte es das ICH und meinte damit nicht das Ego, sondern unsere geistige ewige Substanz, die immer ein Stück über uns schwebt und im Himmel zurückbleibt und als Urbild unsere Geschicke und Ungeschicke lenkt und die Erfahrungen eines Tages und eines Lebens sammelt. Erde Der physische Leib Wasser Der ätherische od. Lebensleib Luft Die Seele, der Astralleib Feuer Das ICH, unser geistiger „Kern“ Einzig der physische Leib ist sichtbar, die anderen Wesensglieder wirken in den Elementen, aber sind unsichtbar. In der Erdentwicklung, in der wir etwas über die Mitte heraus sind, entstanden diese Wesensglieder der Reihe nach und ermöglichten die Entwicklung des vollbewussten und freien Menschen. Auf dem alten Saturn entstand die Anlage zum physischen Leib , der Erde und damit zum Mineralreich. Auf der alten Sonne entstand die Anlage zum ätherischen, zum Lebensleib, dem Wässrigen und damit zum Pflanzenreich. Auf dem alten Mond entstand die Anlage zum Seelischen , der Luft und damit zur Tierwelt. Auf dem Mars entstand die Anlage zum ICH , dem Feuer und damit zum menschlichen und freien Geistigen. Das Christusereignis fällt in die Mars-Zeit. In der Zukunft warten noch drei weitere Erdentwicklungen mit höheren Wesensgliedern auf uns (Merkur, Jupiter und Venus), bis wir eines Tages engelsgleich die Erde verlassen können und sie nicht mehr als physische Lebensgrundlage brauchen werden. Diese Entwicklungsstufen sind in den Kapitellen des alten Goetheanums in Dornach symbolisiert. Heute stehen sie dort aus Beton, weil die ursprünglich Geschnitzten 1923 einer Brandstiftung zu Opfer fielen. Die Eurythmie arbeitet an den zukünftigen Wesensgliedern. Das Plastizieren arbeitet vorwiegend mit dem Ätherleib und seiner Verbindung mit dem physischen Leib. Es arbeitet aber auch mit dem Seelischen, und sehr stark mit dem ICH und dem Zukünftigen. Die Kapitelle in gross zu plastizieren und sich mit den damit verbundenen Erdentwicklungs- und Menschheitsentwicklungskräften zu verbinden, war Teil unserer Ausbildung zum plastizierenden Kunsttherapeuten. Auch haben wir die Ätherarten in Holz plastiziert. Die Hauptbetonung lag auf dem Sonnenkapitell, der Sonnenentwicklung und den damit verbundenen Ätherkräften. ERDE- Physischer Leib: Schwere, sichtbar, messbar, zählbar. Alles Feste an unserem Körper wie die Knochen, die Haare. Die Lunge wird als das Haupterdenorgan gesehen (man denke an die Schwindsucht, wo der Mensch immer mehr verschwand an Substanz). Grundlage für die Mineralbildung. WASSER- Ätherleib: Im Paradies stand noch der Baum des Lebens, ein Symbol für den Ätherleib. Der Äther: Unsichtbar, aber im Wässrigen, Flüssigen tätig, wie z.B. im Blut, im Liquor, in der Zellularflüssigkeit und dem Schleim etc. Er ist sichtbar in der Wundheilung und den Wachstumskräften (z.B. Haare) und der Vitalität eines Menschen. Der Ätherleib ist immer bei uns, löst er sich los, so sterben wir. Die Wesensglieder waren am Tiefsten inkarniert, am Festesten verankert worden in den Jahren des Mars. Nun findet im Merkurzeitalter wieder eine Lockerung statt. Ein leicht gelockerter Ätherleib ist bei hellsichtigen Menschen zu finden und wird in weiter Zukunft wieder bei allen Menschen zu finden sein, weil der gesunde Prozess wieder auf eine Lockerung zusteuert. Die Taufe war, laut R.S. (Das Johannesevangelium nach Kassel, Literatur 5), früher gekonnt ausgeführtes Eintauchen bis hin zum Nahtodeserlebnis und der Getaufte konnte so die geistige Wahrheit hinter allem Materiellen schauen. Damals war der Ätherleib noch so locker, dass die Menschen nicht starben. Aber heute ist der Ätherleib bei den meisten Menschen so fest inkarniert, dass sie sterben würden, wenn sie in alter Weise getauft würden. Die Pflanzen sind die Träume der Sonne, sagte Albert Steffen. Der Ätherleib kommt von der Sonne, Christus kommt von der Sonne, das Leben (der Lebensleib= Ätherleib) kommt von der Sonne. Christus ist in den Ätherleib der gesamten Erde eingegangen (ja die Erde hat auch einen Ätherleib) und ist auch dort zu sehen.Austrocknung ist Ausdruck, dass der Ätherleib geschwächt ist. Der Ätherleib wird dann noch differenziert in die vier Ätherarten des Wärme-, Licht-, Klang-, und Lebensäther. Jetzt wird es richtig kompliziert und daher sei das nur erwähnt. Die Ätherkräfte sind aufbauende Kräfte, die einerseits in der Kindheit die Organbildung (als Bildekräfte) ermöglichen. Andererseits wirken diese Organ- Bildekräfte lebenserhaltend und zellneubildend ein Leben lang, aber wenn die Organbildung abgeschlossen ist, steht ein Teil dieser Ätherkräfte zur Verfügung und ist frei, so dass dadurch das Denken wirksam werden kann. Erinnerung: Wenn etwas abgebaut wird, wird dabei immer etwas freigesetzt. Hier ist die Organbildung abgeschlossen und die einstigen Organ-Bildekräfte «sterben ab» und werden zu den Denkkräften. Daher ist die Einschulung mit Abschluss des Milchzahnverlustes verbunden, weil dann die Organbildung etwa um das 7. Jahr herum (ausser den Fortpflanzungsorganen) abgeschlossen ist. Zu frühe Intellektualisierung und NSSystem-Übergewicht gehen zu Lasten der Organbildung und können sich im Erwachsenenalter als körperliche Krankheiten oder Schwächen zeigen. LUFT- Astralleib /Seelenleib: Die Seele entspricht dem Element Luft und bringt das Bewusstsein, die Empfindung und die Bewegung hervor und ist somit Grundlage für die Tierwelt. Denken, Fühlen und Wollen gehören zum Seelischen. Die Seele verbindet sich in der Nacht, wenn wir schlafen, mit unserem ICH, und geht in die Engelswelt hinaus. Seele und ICH regenerieren sich an dem menschlichen Urbild im Himmel und steigen morgens erfrischt in unseren physischen Leib, welcher fest verbunden mit dem ätherischen Leib im Bett liegt. Da die Seele mit dem Bewusstsein in Verbindung steht, sind wir in der Nacht wie bewusstlos und unser Träumen ist abgekoppelt von unserem physischen Leib. Sie bleiben aber immer in Verbindung, so dass, wenn die Harnblase sich füllt und drückt, das Bewusstsein wieder zum Körper zurückkommt und wir wach werden, um auf die Toilette zu gehen. Manchmal bauen wir die zurückfindende Verbindung von ICH und Astralleib mit dem physischen Leib und seinen Bedürfnissen auch vorher in den Traum ein. Menschen die Astralreisen machen, werden im Traum bewusst, d.h. ihr ICH ermöglicht eine Verbindung, die sie bewusst „Träume“ lenken lässt. Schmerzen, Krämpfe haben mit dem Astralen (zu Deutsch =Stern) zu tun. Hier verkrallt sich das Seelische zu stark in den physischen Leib und entzieht dem Körper an den Stellen zu stark den ätherischen Puffer (den ätherischen Teil der organlebenserhaltend wirkt). Dieses überwache Bewusstsein an Körperstellen (ein Hexenschuss lässt uns den Rücken viel zu stark bewusst werden -hier verkrallt sich die Seele in den physischen Rücken ohne Schutzzone) kann durch Verletzungen oder Traumata oder Krankheiten entstehen und wirkt abbauend, wo eigentlich Aufbau vorherrschen sollte. So kann mit der Zeit der Abbau materiell werden und z.B. Gelenksubstanz abgebaut werden, weil das aufbauende Ätherische in Form von der Gelenkflüssigkeit, nicht mehr als Puffer da ist. Das Seelische sollte immer über das Ätherische auf den physischen Leib einwirken. Ist der ätherische Puffer weg, wird der physische Leib abgebaut oder von Schmerz und Spasmen in seiner Funktion erheblich beeinflusst. Ein Autounfall kann durch den Ruck des Sicherheitsgurtes ein Trauma auf der weiblichen Brust verursachen. Hier entsteht eine „kalte“ Stelle, die aus dem Gesamtzusammenhang herausfällt (Wärme und individueller Gesamtzusammenhang sind ICH-Qualitäten). Das Ätherische wurde herausgejagt, das Astrale eventuell auch (daher kein Schmerz fühlbar) und ein Brustkrebs kann dort anfangen zu wachsen. Da das ICH auch nicht mehr auf die Stelle einwirken kann (weil diese Frau diese kalte Stelle evtl. selbst nicht mehr liebhaben kann), fehlt die korrigierende Führung. Irgendwann ist der Krebs so gross, dass er vom ganzen Menschen wahrgenommen wird. Es kann zu Schmerzen kommen, ein astral bedingter Vorgang. Seelenaktivität kann man am Muskeltonus ablesen, an der Mimik im Gesicht und an den Gefühlen. Das Bewegen zwischen Sympathie und Antipathie ist Ausdruck des Seelenlebens (mein positives oder negatives Befinden zu einer Wahrnehmung). FEUER- Das ICH Das ICH ist rein geistig, unsichtbar, aber doch wahrnehmbar. Z.B. wenn jemand einen Geistesblitz hat, eine Idee, eine Inspiration, Kreativität, ist dies für uns erlebbar und wird im künstlerischen Tun ins Sichtbare gebracht. Das ICH lebt im Bewussten, im Selbst-Bewusstsein (im Unterschied zum Tier, welches den Feind im Spiegel angreift, weil es sich nicht selbst erkennt -gut zu sehen an den Krähen, die immer wieder bei unserem Nachbarn im Wintergarten ihr Spiegelbild hacken-). Es gibt aber auch einen grossen Teil des ICHs, der uns nicht bewusst ist. Dieser Teil des ICHs ist es, den wir in der Nacht mit der Seele aufsuchen und an dessen Urbild wir wieder aufgeladen werden. Man kann auch das Bild einer Schablone nehmen anstatt des Urbildes. Wir bekommen in der Nacht von geistigen Wesen unsere Tages-Zeichnungen von uns selbst an unserer geistigen Schablone wieder erfrischt, repariert und erneuert. Dieser ICH-Anteil wirkt in unserem Körper und macht, dass wir werden, was wir uns als geistiges Wesen vorgenommen haben. So kann er auch Krankheiten bewirken, die den Menschen wieder zu seiner grösseren Gesundheit führen wird. Sie können sich vorstellen, wie unbeschreiblich riesig diese ICH-Weisheit ist, die auf unsere kleinen hiesigen Erdenwünsche keine Rücksicht nimmt, weil sie unsere grössere Entwicklung, zurück zu einem Gotteswesen, aber frei und aus eigenem Willen, verfolgt. Manchmal muss der Mensch auch sterben, weil das höhere ICH es nicht mehr schafft, den Körper und die anderen Wesensglieder dem Schicksal gemäss umzugestalten. Das ICH ist die Führung und macht den individuellen Gesamtzusammenhang der anderen Wesensglieder und steht als höchste Instanz über den anderen Anteilen. Einzig das ICH ist in der Lage einen Gesamtzusammenhang zu schaffen in unserer Biografie, aber auch im täglichen Denken und in unserem Körper. Unser ICH ist einzigartig und ewig. Das ICH wirkt im Blut und im Herzen (in manchen asiatischen Religionen bezeichnet man das Herz als das Denkorgan). Das ICH erkennen wir im Blick des Menschen, im Gang und der Aufrichte, in der Wachheit/Präsenz und in dem Wärmeverhalten. Der Umgang mit dem eigenen Schicksal erzählt uns auch über die Führungskraft des ICHs. In der Arbeit mit Patienten ist das ICH ein sehr wichtiges Element. Es wird geholfen, dass das ICH im Patienten wieder die Führung übernimmt. Bei traumatisierten Menschen z.B. ist das ICH herausgeschockt worden und die seelischen Prozesse haben über Hand genommen und schwächen den regenerierenden Ätherleib. Das Mistelpräparat Iscador hilft mit Wärmeprozessen dem ICH wieder einzugreifen und gilt daher nicht nur als Mittel gegen Krebs, sondern wird auch bei Traumata erfolgreich eingesetzt. Ein Trauma ist wie ein seelisches Krebsgeschwür. Das ICH ist schwierig zu begreifen, wenn man nicht den Reinkarnationsglauben hinzufügt. Als Rudolf Steiner gefragt wurde, was ihm persönlich das Wichtigste all seiner Hinterlassenschaften sei, antwortete er, es sei die Reinkarnation und diese als ein ehemaliges Wissen der Menschen wieder ins Bewusstsein zu holen. Die Reinkarnation war früher ein „Wissen“ das der Mensch einfach hatte. Aber durch die zunehmende Ätherleibverfestigung waren diese Erinnerungen an frühere Leben nicht mehr verfügbar und die katholische Kirche hat diesem Glauben endgültig den Todesstoss gegeben. Ich bin mir persönlich hundertprozentig sicher, dass es im Vatikan alte Schriften dazu gibt, die noch nicht an die Öffentlichkeit kommen dürfen. Rudolf Steiner hat seine Erkenntnisse aus geistiger Schau gewonnen und bedient sich aus vielen Traditionen. So hat er auch das Christentum noch einmal ganz neu aufgegriffen und beschrieben. Ich habe das Christentum und das Christusereignis erst richtig verstanden, als ich Rudolf Steiner gelesen habe (so z.B. die Vorträge in Kassel über das Johannesevangelium). Rudolf Steiner hat aufgrund der Zweiteilung (Auf- und Abbau), der Dreiteilung (NSS, RS, SWGS) und der Vierteilung (physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und ICH) ein wunderbares Gerüst gegeben, um den Menschen verstehen, heilen (anthroposophische Medizin und Heilpädagogik) und erziehen (Waldorfpädagogik) zu können. Viele Aspekte sind von allen Seiten in unendlich vielen Schriften immer wieder erwähnt, differenziert und beschrieben worden. Ich habe hier versucht einen Überblick zu geben über die wichtigsten Themen.